Meine Familie wurde, wie Millionen andere auch, durch das Nazi-Regime zerstört. Nicht physisch, aber seelisch. Verblendet sah man sich lediglich als Opfer von Hitlers "übertriebenem Größenwahn", wie auch als Verlierer des Krieges. So lernte ich über Demokratie nicht zu Hause oder in der Schule, sondern vor allem in Büchern und Zeitschriften wie dem "Spiegel". Es ist mir deshalb ein Gräuel, dass gerade in Österreich sich Rechtsaußen immer wieder in die erste politische Reihe drängen können.
Als unabhängiger Volksvertreter ist es mir seit 1999 in drei EU-Wahlen gelungen, die Rechtsaußen-Parteien in Österreich entgegen den Prognosen in Schranken zu halten - siehe Wahlen.
Dass nunmehr der FPÖ-Parteiführer H.C. Strache inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit 75 Jahren immer mehr hofiert wird, ist für Österreich schädlich und demokratiepolitisch beschähmend. Für mich ist - wie für unzählige andere Bürger auch - H.C. Strache ein Nazi. Das habe ich zuletzt im April 2010 öffentlich gesagt. Bezeichnenderweise klagte H.C. Strache nicht.
Quer durch Europa sind nach dem Versagen der politischen Elite und der Banken Rechtsaußen-Parteien im Vormarsch. Sie setzen auf chauvinistische Verführung. Doch bei aller notwendigen EU-Kritik: Wir brauchen eine funktionierende europäische Gemeinschaft, zweifellos in Distanz zu EU-Bürokraten, ihrer Regelwut und der Milliardenverschwendung von Steuergeldern. Die Antwort darf aber niemals in menschenverachtender Hetze münden.
Da FPÖ und BZÖ derzeit gemeinsam in Meinungsumfragen in Österreich an erster Stelle der Wählergunst liegen, muss man sich noch stärker gegen Rechtaußen engagieren.