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Euro in Not

 

Der Euro wackelt - aktuelle Zahlen, die Bezüge herstellen

 
 
Die Kreditratings 1
 
Ständig hört man die Drohungen dieser oder jener Ratingagentur, dass bald ein Euroland herabgestuft wird, und die Politiker zittern. An den Ratings orientieren sich die Finanzinstitute, wenn sie Staaten Kredite verleihen - wer ein niedriges Rating hat zahlt mehr. Hier eine Übersicht der Ratings der Eurozonenländer vom 28. Februar 2012. Auffällig ist, dass seit November 2011 einige Euroländer herabgestuft wurden - aber kein einziges ein besseres Rating erhielt. Eine gute Erklärung, was die einzelnen Ratings bedeuten, gibt es hier.
 
Kürzel Land Moodys Fitch S&P
DE Deutschland Aaa AAA AAA
FR Frankreich Aaa AAA AA+
NL Niederlande AAA Aaa AAA
FI Finnland Aaa AAA AAA
LU Luxemburg Aaa AAA AAA
BE Belgien Aa1+ AA+ AA
ES Spanien A3 AA- A
SI Slowenien A2 AA- A+
IT Italien A A2 A+
SK Slowakei A3 A+ BBB+
EE Estland A1 A+ AA-
MT Malta A3 A+ A-
CY Zypern Ba1 BBB BB+
PT Portugal Ba3 BBB- BB
IE Irland Ba1 BBB+ BBB+
EL Griechenland C B- SD
 
 
Österreich hat die geringste Arbeitslosigkeit in Europa 2
 
Im September 2011 wurde Österreich das Musterland in Europa: nur 3,9% der Österreicher hatten keine Anstellung. In Spanien dagegen waren es zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Fünftel der Erwerbsbevölkerung: 22,6%. Hier finden Sie eine komplette Tabelle von im April 2012 veröffentlichten Zahlen, sortiert nach Arbeitslosenquote und mit Japan, den USA und europäischen Durchschnittswerten als Vergleich:
 
Kürzel Land Erhebungsmonat Arbeitslosenquote
AT Österreich September 2011 4,2%
JP Japan September 2011 4,7%
NL Niederlande September 2011 4,9%
LU Luxemburg September 2011 5,2%
DE Deutschland August 2011 5,7%
CZ Tschechien September 2011 6,8%
MT Malta September 2011 6,8%
RO Rumänien September 2011 7,1%
BE Belgien September 2011 7,2%
FI Finnland September 2011 7,4%
SE Schweden September 2011 7,5%
DK Dänemark September 2011 7,9%
UK Großbritannien Juli 2011 8,3%
US Vereinigte Staaten September 2011 8,3%
SI Slowenien September 2011 8,7%
IT Italien September 2011 9,3%
CY Zypern September 2011 9,7%
FR Frankreich September 2011 10%
PL Polen September 2011 10,2%
EU27 Europäische Union September 2011 10,2%
EA17 Eurozone September 2011 10,8%
HU Ungarn September 2011 11%
EE Estland 2. Quartal 2011 11,7%
BG Bulgarien September 2011 12,4%
SK Slowakei September 2011 14%
LT Litauen 2. Quartal 2011 14,3%
LV Lettland 2. Quartal 2011 14,6%
IE Irland September 2011 14,7%
PT Portugal September 2011 15%
EL Griechenland Juli 2011 21%
ES Spanien September 2011 23,6%
 
 
Die europäische Leistungsbilanz 3
 
Im Fluss von Geld, Waren und Dienstleistungen mit nicht-EU Staaten haben die 27 Mitgliedsländer der EU seit einigen Jahren ein Defizit. Für das zweite Quartal 2011 schätzt die europäische Statistikbehörde EuroStat das Defizit auf 35,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 32,3 Milliarden. Hier eine kurze Liste der größten Überschüsse und Defizite im Handel:
 
Überschüsse machte die EU im Austausch mit diesen Ländern
  • Schweiz: +16,3 Milliarden Euro
  • USA: +13,0 Milliarden Euro
  • Hongkong: +6,2 Milliarden Euro
  • Brasilien: +5,6 Milliarden Euro
  • Kanada: +3,8 Milliarden Euro
  • Indien: +2,0 Milliarden Euro
Defizite machte die EU vor allem beim Austausch mit diesen Ländern
  • China: -30,2 Milliarden Euro
  • Russland: -17,9 Milliarden Euro
  • Japan: -6,7 Milliarden Euro
 
 
Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) 4:
 
bis zum April 2012 insgesamt 214 Milliarden Euro
 
 

 
 
Inner-Europäische Handelsbilanz
 
Alle Staaten profitieren von einer Mitgliedschaft in der EU, der Eurozone und dem Schengen- Raum, aber einige mehr und andere weniger. Vor allem die Niederlande und Deutschland kommen im Handel mit anderen EU-Staaten gut weg - während besonders Frankreich und Großbritannien Verluste fahren. Auch Österreich macht bei diesem Handel einen Verlust, im Jahr 2010 insgesamt ein Minus von 10,9 Milliarden Euro. Hier stellen wir Ihnen eine Darstellung der Handelsbilanz innerhalb der EU zur Verfügung, für eine größere Version klicken Sie bitte auf die Grafik.
 

Intra-EU Handelsbilanz 2010

 
 
Die größten Gläubiger Griechenlands 5,6
 
Die größten Gläubiger aus Österreich
 
  Gläubiger Forderungen
  UniCredit (*) 800 Millionen Euro
  Erste Bank 550 Millionen Euro
  Uniqa 320 Millionen Euro
  Volksbank 160 Millionen Euro
(*) Separate Zahlen für die österreichische Tochter der italienischen UniCredit, Bank Austria, sind nicht bekannt
 
Im Zuge der Eurokrise mussten mehrere österreichische Banken schon große Verluste beziehungsweise Abschreibungen verkünden. Die Erste Group 800 Millionen Euro Verlust durch die Krise verkündet und bei der Volksbank waren es sogar 900 Millionen.
 
Die größten europäischen Gläubiger Griechenlands
 
Land Gläubiger Forderungen
GR National Bank of Greece 18,8 Milliarden Euro
GR EFG Eurobank 8,8 Milliarden Euro
GR Piraeus Bank 8,2 Milliarden Euro
GR Atebank 7,9 Milliarden Euro
GR Alpha Bank 5,5 Milliarden Euro
GR Hellenic Postbank 5,3 Milliarden Euro
FR BNP Paribas 5,0 Milliarden Euro
CY Marfin Popular Bank 3,4 Milliarden Euro
DE Commerzbank 3,0 Milliarden Euro
FR Société Générale 2,7 Milliarden Euro
CY Bank of Cyprus 2,4 Milliarden Euro
DE Deutsche Bank 1,5 Milliarden Euro
GB Royal Bank of Scotland 1,2 Milliarden Euro
 
 
Verschuldung der 17 Länder der Eurozone im Zeitverlauf 7:
 
2001: 68,1% des BIP (Bruttoinlandsprodukt)
2002: 67,9% des BIP
2003: 69,1% des BIP
2004: 69,4% des BIP
2005: 70,3% des BIP
2006: 68,5% des BIP
2007: 66,3% des BIP
2008: 70,0% des BIP
2009: 79,5% des BIP
2010: 85,3% des BIP
 
 
Defizitsünder 8
 
Laut dem Stabilitätspakt der Europäischen Union darf jedes Mitgliedsland ein Haushaltsdefizit von maximal 3 Prozent pro Jahr haben. Von den 27 EU-Mitgliedsstaaten bleiben nur Estland, Schweden, Luxemburg und Finnland unter dieser Grenze - also sogar Österreich, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich gehören zu den 23 Defizitsündern gegen die ein Verfahren läuft. Die Nicht-Euro-Länder erwartet allerdings keine Strafe.
 
 
Probleme Griechenlands 9,10
 
Arbeitslosenquote September 2011: 16 Prozent
Vorraussichtliches Haushaltsdefizit für 2011: 9,5 Prozent des BIP
Beamte, die 2011 entlassen werden sollen, um Geld zu sparen: 30.000
 
 
Deutsch-Griechische Leistungsbilanz 11
 
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Griechenlands. Allerdings gibt es seit langem jedes Jahr einen "Leistungsbilanzüberschuss" Deutschlands, das heißt, Deutschland profitierte - insgesamt gesehen - vom Austausch mit Griechenland.
 
Von 2007 bis 2010 machte Deutschland jeweils beim Warenhandel mit Griechenland ein deutliches Plus (2010: 3,937 Milliarden Euro), wobei Griechenland im Dienstleistungsbereich an Deutschland verdiente (2010: 2,229 Milliarden Euro). Außerdem wurden mehr Gelder "ohne Gegenleistung" von Deutschland nach Griechenland übertragen, das meint zum Beispiel Zahlungen von in Deutschland lebenden Griechen an ihre Familie in der Heimat, oder von deutschen Hilfsorganisationen an griechische Projekte (2010: 0,626 Milliarden Euro). Bei Erwerbs- und Vermögenseinkommen wiederum machte Deutschland ein klares Plus gegenüber Griechenland (2010: 2,797 Milliarden Euro).
 
Insgesamt ergab sich für Deutschland in den letzten Jahren jeweils der folgende Gewinn gegenüber Griechenland:
 
2007: 4,406 Milliarden Euro
2008: 4,764 Milliarden Euro
2009: 4,571 Milliarden Euro
2010: 3,879 Milliarden Euro
 
 
Quellen:
1 The Guardian Datablog, 15.3.2012
2 Eurostat, Daten vom 2.4.2012
3 Europäische Zentralbank: Pressemitteilung vom 19.10.2011
4 Europäische Zentralbank: Securities Market Programme, Daten online verfügbar
5 "News", Heft 38/2011
6"Ö24", 13.10.2011
7 Europäische Zentralbank: Monatsbericht August 2011
8 "Wirtschafts Blatt", 26.9.2011
9 "Ö24", 26.9.2011
10 "The Telegraph", 21.9.2011
11 Deutsche Bundesbank, Zahlungsbilanz nach Regionen, Statistische Sonderveröffentlichung, Juli 2011
 
 
Meldung vom 13.12.2010, zuletzt aktualisiert am 16.11.2011