Die Antwort auf die Probleme in Österreich, Europa und der Globalisierung kann nur lauten: Mehr Demokratie! Das ist freilich ein mühevoller Weg, weil er sich gegen die herkömmlichen Parteien und eingesessenen Mächtigen richten muss. Ein neuer Kommentar von H.P. Martin
Die aktuelle Hoffnung gründet sich auf Irland. Dort wird ja am 12. Juni die einzige Volksabstimmung über den EU-Reformvertrag abgehalten. Und die Hoffnung trägt auch einen Namen: Declan Ganley. Er ist ein wohlhabender Ire, gerade 39 Jahre alt, der mit Holzhandel schon in jungen Jahren reich wurde. Declan Ganley ist welterfahren, gescheit und überzeugt davon, dass ein „Nein“ zum EU-Reformvertrag nicht nur im irischen, sondern im europäischen Interesse wäre. Darum ist Ganley auch bereit, die „Nein“-Bewegung mit seinem Wissen und Geld zuunterstützen. Das ist um so wichtiger, da die irische Regierung und die EU unerhörte Geldmengen in eine Propagandawelle pumpen, um aus den Insel-Bewohnern gefügige „Ja-Sager“ zu machen. Allein die „Referendumskommission“ der Regierung verfügt über fünf Millionen Euro für Werbung, das Außenministerium über ähnlich hohe Beträge. Hinzu kommen die geheim gehaltenen Unsummen, welche die EU-Institutionen über ihre„Informationsbüros“ und andere Kanäle ins Land schleusen. Da kann Ganley natürlich nicht mithalten. Doch durch ihn sind die engagierten Bürger in Irland auch nicht weitgehend mittellos.
Dieser Kommentar von Hans-Peter Martin erschien in verschiedenen Medien, 18.5.2008.
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