"Es ist ein verwobenes Verhältnis. Kurz nach Gründung der Tageszeitung "Der Standard" im Wien der 80er Jahren warb "Standard"-Gründer Oscar Bronner um meine Mitarbeit. Sein Sohn und mein Sohn sind engste Freunde. Es spricht für Bronner, dass dies bei der Berichterstattung über meine politische Arbeit keinerlei Rolle spielt.
Doch die persönliche Abneigung mancher "Standard"-Redakteure gegen mich - aus welchen Gründen immer - nimmt bisweilen groteske Züge an, etwa bei einer Spende von 100.000 Euro an das Wiener Integrationshaus des Willi Resetarits Ende 2009.
Wiederholt baten Mitarbeiter dieses beispielhaften Integrationsprojektes im zweiten Wiener Gemeindebezirk in der "Standard"-Redaktion um zumindest eine Erwähnung der größten Spende, die ihr Haus in seiner fast 20-jährigen Geschichte erhalten hat. Üblicherweise berichtet das Wiener Blatt in so einem Zusammenhang gerne. Zu ihrer Verblüffung wurde den Integrationsvertretern aber mitgeteilt, dass es nicht im Sinne des "Standards" sei, so etwas über H.P. Martin zu schreiben.
Das passt in das Bild der üblichen Berichterstattung über meine inhaltliche politische Arbeit: fast immer ignorieren. Und dies, obwohl ich bei Wahlen zum EU-Parlament zwei Mal den dritten Platz klar vor den Grünen schaffte und nicht wenige "Standard"-Leser zu den eifrigsten E-Mailern und auch Wählern von mir zählen. Wenn es jedoch etwas Negatives über mich zu berichten gibt, veröffentlicht "Der Standard" aber fast immer die größte Geschichte österreichweit - so auch heute über meine verlorene EuGH-Klage.
Bei Nachfragen heißt es immer, der "Standard" sei halt ein eindeutiges rot-grünes Blatt. Und einige Redakteure verstünden sich als Missionare, die Sorgen hätten, einige ihrer Schäflein an ein unabhängiges Projekt wie meines zu verlieren. Aber "Der Standard" bezeichnet sich doch als Qualitätszeitung, da dürften solche Politkalküls keinerlei Rolle spielen.
In anderem Sinne parteilich zeichnen Hans Rauscher und Thomas Mayer - teilweise wider besseren Wissens - fast nur ein hässliches Zerrbild von mir. Sie stempeln mich wahlweise zum "EU-Hasser".
Merken sie denn nicht, dass sie mit ihren Untergriffen und Falschmeldungen am Ende nur H.C. Strache in die Hände spielen, wenn sie - auch noch so unvollkommene - Versuche des Aufbaus unabhängiger Bürgerlisten, die gerade auch für Protestwähler interessant sind, in dieser Art verunglimpfen?"
Meldung vom 17.12.2010