Hochrangige Mitglieder des Chinesischen Volkskongresses sichern Prüfung zu / Exemplarischer Fall für Probleme bei Nachahmerprodukten – von Filmen bis zu High-Tech-Produkten / Gefahren und Chancen für Österreich
Der geplante, detailgetreue Nachbau des österreichischen Weltkulturerbe-Ortes Hallstatt (inklusive See) in der chinesischen Provinz Guangdong wurde nun im EU-Parlament bei der regulären Sitzung mit hochrangigen Vertretern des Chinesischen Volkskongresses zum Thema.
H.P. Martin, langjähriges Mitglied der China-Delegation des EU-Parlaments, verteilte Abbildungen der Nachbaupläne, die bei den chinesischen Delegationsteilnehmern zu einem wissenden Schmunzeln, aber auch zur Zusicherung einer Prüfung führten.
Martin dazu: „Hallstatt wird gerade zu einem Modellfall. Wenn chinesische Investoren europäisches Kulturgut kopieren, so müssen wir darum kämpfen, dass dies auf einer fairen Grundlage geschieht. Das Original muss davon profitieren können, nicht nur die Kopie.
Der beabsichtigte Hallstatt-Nachbau verleiht den grundsätzlichen Fragen von Nachahmerprodukten in China neue Brisanz. Europäische Unternehmen klagen seit langem über sehr einseitige Verhältnisse.
Für das Tourismusland Österreich entstehen so neue Gefahren. Die Chance besteht aber dann, wenn es den Hallstättern beispielhaft gelingt, in China vor Ort ihre Interessen durchzusetzen.“
Wu Xiahou, Mitglied des Rechtsaussschusses des Chinesischen Volkskongresses sicherte zu: „Sobald wir nach China zurück kehren, werden wir das prüfen.“ Auch der Vorsitzende der China-Delegation, Zha Peixin, selbst ein hochrangiges Mitglied des chinesischen Volkskongresses und dort Vize-Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss, versprach eine umgehende Reaktion.