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EP-Vize will Journalisten "die Kamera wegnehmen" - nur noch Hofberichterstattung?

Neue Details aus der vertraulichen Präsidiumssitzung des EU-Parlaments vom 7. März 2005: Die deutsche EP-Vizepräsidentin Dagmar Roth-Berendt (SPD) verlangte darin, dass EU-Abgeordnete das Recht bekommen sollen, Journalisten die Kamera wegzunehmen, wenn sie mit deren Aufnahmen im öffentlichen Bereich des EU-Parlaments nicht einverstanden seien. Auch die polnische Sozialistin Genowefa Grabowska erwies sich als Scharfmacherin. Die Arbeitsmöglichkeiten für Journalisten sollen massiv beschränkt werden - siehe dazu das in dieser Meldung wiedergegebene offzielle Parlamentsprotokoll.

Das 20-köpfige Präsidium des EU-Parlaments (Präsident, seine 14 Stellvertreter und 5 Quästoren (eine Art Abgeordnetenbetriebsrat) will die Arbeitmöglichkeiten von Journalisten massiv einschränken. Als Roth-Berendt ihre Forderungen erhob, soll aber der beamtete Generalsekretär des Parlaments, Julian Priestley, "kreidebleich geworden" sein, berichtet ein Sitzungsteilnehmer. Vorgesehen ist aber offenbar, dass Journalisten bei fehlendem Wohlverhalten sofort aus dem Parlament gewiesen werden können und ihnen das weitere Betreten des Gebäudes verwehrt werden soll. "Als Parlamentarier stehen wir doch in der Öffentlichkeit", argumentiert der EU-Abgeordnete Martin. "Da muss es doch gerade im öffentlichen Bereich von EU-Gebäuden selbstverständlich bleiben, dass wir gefilmt werden, und sei es von Besuchergruppen."

ETI-Meldung vom 8.3.2005, Aktualisierung am 11.3.2005

 

Auszüge aus zwei offiziellen Protokollen des EP-Präsidiums zu den Sitzungen am 7. März 2005 (in französisch) und am 21. Februar 2005 (in englisch):

(Deutsche inoffizielle Übersetzung weiter unten)

B U R E A U

Réunion des lundi 7 et mercredi 9 mars 2005 - Strasbourg

(Première partie : Lundi 7 mars 2005)

RELEVÉ DES DÉCISIONS[1]




[1] Sous réserve de l'adoption du procès-verbal.

...

5. Règles applicables aux photographes et équipes de télévision dans les bâtiments du Parlement Européen à Bruxelles et à Strasbourg - révision éventuelle de la décision du Bureau du 17 décembre 1997 - Note du 2 mars 2005 du Secrétaire général

Le Bureau

- prend acte des documents suivants:

­ la réglementation régissant les activités des photographes et des équipes de télévision dans les locaux du Parlement européen à Bruxelles et à Strasbourg, adoptée le 17décembre1997 par le Bureau,

­ une note du Secrétaire général datée du 2 mars 2005 sur une proposition de modification de la réglementation sur les photographes et équipes de télévision (PE 355.891/BUR);

- approuve, en principe, les propositions de modifications de la réglementation de même que les mesures d'accompagnement proposées dans la note du Secrétaire général du 2 mars 2005, moyennant toutefois les modifications suivantes :

­ la référence, à l'article 3bis (nouveau), à la dignité humaine et la vie privée serait remplacée par une clause selon laquelle les équipes de télévision, les photographes et les personnes les accompagnant devront cesser de filmer ou photographier un député n'agissant pas dans l'exercice de ses fonctions parlementaires, si celui-ci le demande expressément;

­ sous réserve d'un avis contraire du Service juridique, la réglementation comporterait également des dispositions quant aux suites éventuelles à donner par les services responsables au cas ou des images ont été prises en violation de la réglementation;

- décide, sur proposition de M. VIDAL-QUADRAS ROCA, Vice-président, de procéder à une consultation formelle de l'Association de la Presse Internationale, préalablement à l'adoption définitive de ces nouvelles règles.

 

Deutsche inoffizielle Übersetzung zur Sitzung am 7. März:

PRÄSIDIUM

Sitzung von Montag 7. und Mittwoch 9. März 2005 - Straßburg

(Erster Teil : Montag 7. März 2005)

ÜBERSICHT DER ENTSCHEIDUNGEN[1]



[1] Unter Vorbehalt der Annahme des Protokolls.

...

5. Geltende Regeln für Fotografen und Fernsehteams in den Gebäuden des Europäischen Parlaments in Brüssel und Straßburg - mögliche Änderung der Entscheidung des Präsidiums vom 17. Dezember 1997 - Mitteilung des Generalsekretärs vom 2. März 2005

Das Präsidium

- nimmt folgende Dokumente zur Kenntnis:

­die Regelung betreffend der Tätigkeit von Fotografen und Fernsehteams in den Lokalen des Europäischen Parlaments in Brüssel und Straßburg, angenommen durch das Präsidium am 17. Dezember 1997,

­eine Mitteilung des Generalsekretärs vom 2. März 2005 zu einem Änderungsvorschlag der Regelung betreffend Fotografen und Fernsehteams (PE 355.891/BUR);

­- anerkennt, im Prinzip, die Änderungsvorschläge sowie die damit verbundenen Maßnahmen vorgeschlagen in der Mitteilung des Generalsekretärs vom 2. März 2005, jedoch unter Anbetracht folgender Änderungen:

­Der Hinweis zu Artikel 3bis (neu), bezüglich Menschenwürde und Privatleben wird ersetzt durch eine Klausel der zur Folge Fernsehteams, Fotografen und Personen die solche begleiten das Filmen oder Fotografieren von Abgeordneten die sich nicht in der Ausübung ihrer Funktionen befinden einstellen müssen, wenn dies von denen ausdrücklich gewünscht wird.

­Unter Vorbehalt einer gegenteiligen Ansicht des juristischen Dienstes wird die Regelung ebenfalls Anweisungen beinhalten bezüglich eventueller durch den zuständigen Dienst einzuleitender Schritte im Falle einer Aufnahme von Bildern im Widerspruch mit der Regelung;

- Entscheidet, gemäß dem Vorschlag von Hrn. VIDAL-QUADRAS ROCA, Vizepräsident, vor der endgültigen Annahme dieser neuen Regel eine formelle Konsultation der Internationalen Pressevereinigung einzuleiten.

 

Offizielles Protokoll zur Sitzung am 21. Februar 2005:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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